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Grünfelder Park in Waldenburg Grünfelder Park in Waldenburg

Grünfelder Park in Waldenburg

Inhalt

Ein Schatz in Vergessenheit?

Prolog

.„Ein Geheimtipp mitten in Sachsen“ Sendung MDR Garten

Der Grünfelder Park in Waldenburg gehört nach einer Broschüre des Tourismusamtes „zu den frühesten und bedeutendsten englischen Parkanlagen Deutschlands“i und trotzdem ist er laut dem Mitteldeutschem Rundfunk ein „Geheimtipp mitten in Sachsen“ii.

Im Vergleich mit dem Wörlitzer Park mutet es ein wenig kurios an, wenn man bedenkt, dass der Grünfelder Park nur drei Hektar kleiner aber deutlich unbekannter ist. Auch in der unmittelbaren Umgebung von Waldenburg fristet der englische Landschaftsgarten leider nur ein Schattendasein. Dabei braucht sich der Landschaftsgarten in Waldenburg keinerlei Vergleich scheuen. Zudem gleichen sich nicht nur die Lebensgeschichte beider Fürsten1, sondern auch die Parkgestaltung zeigt Gemeinsamkeiten2 auf.iii

„Greenfield“, wie einst Fürst Otto Carl Friedrich seinen Park nannte, ist dabei ein sehr vielseitiger, topografisch abwechslungsreicher englischer Landschaftsgarten mit einer Vielzahl von Bauwerken und Kleinarchitekturen. Selbst Hugo Koch zählte in seinem Standardwerk „Sächsische Gartenkunst“ den Grünfelder Park „[...] zu den bedeutendsten Werken sächsischer Gartenkunst [...]“iv. In diesem Sinne möchte ich Sie ermuntern einmal selbst bei einem Besuch in das Erlebnis „Greenfield“ einzutauchen.

Geschichte der Anlage

Geschichtlicher Überblick

Waldenburg liegt heute mitten im Westen von Sachsen im Landkreis Zwickau. Früher jedoch war es eigenständig und gehörte wie Glauchau, Lichtenstein, Hartenstein, Stein, Rochsburg und Wechselburg zu den Schönburgischen Besitzungen und bildeten eine Enklave in Kur-Sachsen. Dabei war das nur 582 Quadratkilometer große Herrschaftsgebiet in zahlreiche Distrikte der Oberen und der Unteren Schönburgischen Linie3 zersplittert.

Das ständige Verlangen nach politischer Souveränität führte zu einer stetigen Behauptung gegenüber Kur-Sachsen, welches unter anderem auch in der kulturellen Ausprägung seinen Niederschlag findet. Dabei „gelang es den Schönburgern auf wirtschaftliche[m] und kulturelle[m] Gebiet nicht nur, mit dem Niveau der angrenzenden kursächsischen Territorien gleichzuziehen, sondern diese zum Teil sogar zu überflügeln“v.

Die verfassungsrechtliche Sonderstellung konnte bis Mitte des 18. Jahrhunderts bewahrt werden und musste erst nach und nach mit dem Rezess von 17404 aufgegeben werden.vi vii

Ideenfindung

Otto Carl Friedrich Fürst von Schönburg, der Schöpfer des Grünfelder Parkes, wurde am zweiten Februar 1758 geboren. Er verwaiste früh mit dem Tod seines Vaters 1765 und wuchs daher größtenteils am befreundeten Hof in Köstriz auf. Graf Heinrich Reuß, der XXIII. zu Köstritz war neben seinem Onkel Friedrich Albrecht von Schönburg-Hartenstein und Graf Heinrich von Glauchau sein Vormund. Der reußische Hof5 zählte damals zu den Eliteschulen des Adels.

Mit 14 Jahren wurde Georg Friedrich Ayrer sein Mentor. Er ermöglichte ihm eine umfangreiche, von der Aufklärung beeinflusste Ausbildung und brachte Graf Otto Carl Friedrich während seines Studiums, von 1774 bis 1777 in Leipzig, mit fortschrittlichen Bürgern, unter anderem mit Johann Wolfgang Goethe und Christian Fürchtegott Gellert zusammen.

Mit seinem Mentor G. F. Ayrer ging er vom ersten September 1777 bis zum 18. Januar 1779 auf „Große Kavalierstour“. Verschiedenste Stationen waren Bayreuth, Schwetzingen, Karlsruhe, Lausanne, Kew, Hamptoncourt und Twickenham. Bereits im Sommer 1776 hatte er von Leipzig aus, Fürst Leopold III. Friedrich Franz in Wörlitz besucht.viii

Am 2. Februar 1779 trat er die Regierung an und verwirklichte in seiner Regentschaft grundlegende Neuerungen in der Infrastruktur, Wirtschaft, Landwirtschaft und im Bildungsbereich. Diese Maßnahmen führten schnell zu einer Konsolidierung des Haushaltes. Er förderte zudem die kulturelle Entwicklung mit der Gründung einer Hauskapelle, mit der Verpflichtung der Maler Johann Christian Klengel und Christian Lebrecht Vogel, sowie mit der Umgestaltung des Lichtensteiner Schlosses. Aber insbesondere mit der Anlage des Grünfelder Parkes am Rande von Waldenburg.

Sein Streben und seine Mühen wurden 1790 mit der Erhebung zum Fürsten belohnt.ix


1 Beide Fürsten verwaisten im Kindesalter und traten daher sehr früh ihre Regentschaft an.Sie waren Verfechter der Aufklärung und reformierten ihr Herrschaftsgebiet (z.B. Infrastruktur, Bildung, Wirtschaft).

2 Sehr ähnliche Architekturen sind zum Beispiel die Felsengänge oder die Denkmäler für die verstorbenen Kinder.

3 Die Schönburgische Linie war ein deutsches Adelsgeschlecht, welches über die Länderein im Zwickauer Muldental herrschte.

4 Recess ist eine veraltete Bezeichnung für einen landesrechtlichen Vergleich. Die Schönburger schlossen am 4.Mai 1740 mit Sachsen einen Vergleich, wo sie sich dem Territorialrecht Sachsens unterwarfen unter Sicherstelllung von besonderen Rechten. Quelle: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 949-950.

5 Adelsgeschlecht mit Herrschaftgebiet im Osten von Thüringen.


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Sven Reithel

Als Landschaftsarchitekt sehe ich meinen Beruf gern ein wenig als Berufung und beschäftige mich daher auch neben der Arbeit gern ein bisschen mit aktuellen Themen der Natur im bebauten Raum...

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